William Hogarth – A Midnight Modern Conversation, around 1732 (photo: The Yorck Project, 2002)

Der Rausch und die Musik

Ob Drogen im Club, beim Spielen von Gamelan-Musik auf Bali oder Alkohol auf dem Volksfest, Rausch gibt es fast überall. Eine intellektuelle Sinnsuche in einem Phänomen, das so alt ist wie die Menschheit selbst.

«Wozu der Rausch in dieser Gesellschaft meistens benutzt wird, hat damit zu tun, wozu die meisten Menschen in dieser Gesellschaftsordnung am ehesten gezwungen sind [...]; Arbeit. [...] Der Rausch wird dafür benutzt sich dieser ganzen Kontrolle, dieser Gewalt zu entziehen».

(Daniel Kulla, DJ, Autor und linker Aktivist im Podcast Music is the basic drug.)

Warum strömen wir jedes Wochenende in die Clubs, von Donnerstag bis Montag? Ist es das vermeintliche «Aussteigen» aus der Gesellschaft oder doch nur der kontrollierte Exzess zur Regeneration der Arbeitskraft? In ihrem Radio-Essay mäandert Julia Vorkefeld durch den Dschungel der zeitgenössischen Rauschkultur. Nach dem Vorbild Ernst Jüngers und seinem legendären Buch Annäherungen. Drogen und Rausch stellt der Podcast Fragen wie: Was ist Rausch, wie funktioniert die Rauschproduktion, wo und wie wird der Rausch verwendet und wie ist er in den euroamerikanischen Gesellschaften verankert?

Die Kirche hat es vorgemacht, selbst Martin Luther unterschied bereits zwischen gutem und schlechtem Rausch. Heute funktioniert das ähnlich, egal ob in den Clubs oder auf Festivals oder im Alltag. Rausch wird immer noch verwaltet: in gut und böse, effektiv oder destruktiv - und ist vor allem: stets ein Produkt der Kultur, in der er hervorgebracht wird. Der Podcast Music is the basic drug untersucht die Rauschkultur Indonesiens am Beispiel von Gamelan im Gespräch mit dem Experten und Musikwissenschaftler Dr. Varasany, die Rauschsuche auf Deutschlands grösstem Rave Mayday, aber auch die der Hippies der 60er Jahre, die heute als Visionäre und Erfinder futuristischer Technologien gelten.

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Published on September 30, 2017

Last updated on January 16, 2020

Biography

Julia Vorkefeld studied by now Media-Art and Music-Journalism. She writes and directs for the essayistic Radio-Show Nachtstudio of the Bavarian-Public- Radio-Station BR2. Subculture, Scenes and Ethnology with a popcultural perspective are her special interests. She is questioning after the backside of society. Searching for the truth in the exctasy and in the niche. Apart from that she is djing and is Co-Founder of the queer art and popcultural platform HELGA. Also, she is doing theater.

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